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„Die Macht begehren“ – politische Haltungen in der Gruppendynamik

Im März 2000 fand auf Initiative des Arbeitskreises 006 unter dem Titel „Die Macht begehren – politische Haltungen in der Gruppendynamik" im Europahaus Wien eine Fachtagung statt, die zur Reflexion der eigenen Werten, Normen und Haltungen bezüglich dem Thema „Geschlechtlichkeit" einlud.

„Denn entwicklungsfördernde Gruppenarbeit kann nur leisten, wer sich mit Geschlechterdifferenz und ihren Auswirkungen befasst und dazu klare und vermittelbare Positionen beziehen kann" (Auszug aus dem Veranstaltungsprogramm), so Standpunkt und Haltung der Veranstalterinnen, die im Rahmen des Arbeitskreises 006 die Verbindung von Gendertheorie und Gruppendynamik zwei Jahre lang gemeinsam diskutierten. Ergebnis dieses zweijährigen Prozesses sind Tagung, Publikation und zahlreiche Folgeprojekte.

„Der Titel „Die Macht begehren" – eine beunruhigend weiblich konnotierte Begrifflichkeit, wie der folgende Diskurs zeigte: er kann bedeuten, die Macht nicht zu haben, sie aber zu wünschen, aber auch Macht zu haben und nicht mehr davon zu wollen. Ist Begehren eine Kategorie, die mit Macht in einem Atemzug genannte werden kann? Was begehren Personen wirklich, die die sogenannte Macht begehren? Macht? Einfluss? Herrschaft? Definitionsmacht in Diskursen? Ist Macht ein Mittel zur Zielerreichung, ein Aushandeln von Räumen? Setzt Macht, die nicht Herrschaftsmacht sein will, Begehren voraus um entstehen zu können und wirksam zu werden?" (Auszug aus dem Vorwort von Trotz, Majce-Egger, S. 10)

Solchen und ähnlichen Fragen gehen auch die insgesamt zweiundzwanzig AutorInnen der gleichnamigen Veröffentlichung nach; herausgegeben von Maria-Majce Egger und Regina Trotz, erschienen im Studienverlag, Band 3 der Reihe „Visionen und Wege". Sie beinhaltet die Dokumentation der Tagung sowie vertiefende Erweiterungen zum Thema mit Beiträgen von: Agnes Büchele, Gisela Clausen, Gabriella Hartmann, Elisabeth Iro, Michaela Judy, Christa Kleiner, Birge Krondorfer, Lilli Lehner, Maria Majce-Egger, Michaela Melzer, Katharina Pewny, Hannah Rieger, Sabine Scheffler, Susanna Schenk, Margot Scherl, Heide Schmidt, Marie Sichtermann, Hans-Rainer Teutsch, Andrea Tippe, Regina Trotz, Gudrun Wagner, Meinrad Ziegler.

„Kühne Aussagen werden in diesem Buch getroffen, z.B. dass Männer und Frauen keine eigene natürliche Identität haben, dass alles kulturell konsturiert, produziert, inszeniert ist und dass wir daran beteiligt sind. Oder dass Macht von niemandem besessen wird, sondern nur zwischen Handelnden entsteht und sich dann wieder zerstreut. (...) Das Thema kann nicht besser eröffnet werden als mit diesem Titel!" (Rezensionsauszug Petra Riccabona in feedback 4/01)